Bismarck

Bismarck – der Name steht stellvertretend für die politische und soziale, für die wirtschaftliche und geistig-kulturelle Entwicklung, die Mitteleuropa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts genommen hat, für die innere und äußere Gestalt, die Deutschland damals erhielt und die prägend bis in unsere Gegenwart hineinwirkt.
Was daran war das persönliche Werk Bismarcks, wo hat er der Entwicklung eine entscheidende Wendung gegeben, eine andere, als nach aller Vorgeschichte zu erwarten gewesen wäre? War er, wie schon viele Zeitgenossen meinten, die Schlüsselfigur, durch die alles anders gekommen ist? War er derjenige, der die Nation auf jenen verhängnisvollen Irrweg führte, der schließlich ins Jahr 1933 mündete? Oder liefert eine solche Deutung nur Formeln der Selbsttäuschung, die Entwicklungen, welche viel tiefer liegen, auf das Wirken eines Einzelnen zurückzuführen sind?

Im Jahr 2007 habe ich mich mit diesen sehr interessanten Fragen beschäftigt. In der Reihe habe ich einige Stationen aus Bismarcks Biografie ins Bild gefasst. In dieser website sind drei Beispiele aus der Reihe zu sehen.

 

Bismarck Porträt

 

Otto von Bismarck • 120 cm x 120 cm • 2007 • Öl auf KonservendosenBismarck ist immer wieder porträtiert worden in einer Vielzahl von Ölgemälden und auch in der Fotografie. Ich habe ein Porträt zum Vorbild genommen, das in den Museen des preußischen Kulturbesitzes aufbewahrt wird.
Formal bin ich hier anders vorgegangen als bei meinen anderen Porträts in der Reihe „Konserven des Geistes“. Hatte ich in jenen Bildern verrostete Blechdosen dicht an dicht auf deine Hartfaserplatte aufgeschraubt, um dann das Porträt zu malen, so habe ich hier neue unverrostete Konservendosen aufgebracht. Auf diese metallglänzende Fläche malte ich dann das Porträt. Danach wurde das Bild im Januar 2007 an eine Scheunenwand gehängt und war dort der Witterung ausgesetzt. Bedenken hatte ich vorher über die Haltbarkeit der innenliegenden Holzplatte und so entschied ich mich für ein Material, das auch bei Aufbauten von LKWs angewandt wird.
Das Bild veränderte sein Äußeres die ersten Wochen kaum. Die nicht bemalten Bildteile begannen erst Mitte Februar leicht Rost anzusetzten. Nach und nach zog sich der rostbraune Filter über das Bild, wobei das Gesicht selbst sich erst im März und April leichte Veränderungen zeigte. Die Ölfarbe wirkte wie eine Schutzschicht. Ich habe das Bild dann bis Juli 2007 hängen lassen, als sich auch das Gesicht zu sehr zu verdunkeln schien.

 

Schönhausen

 

Schönhausen 120 cm x 120 cm 2007 Öl auf KonservendosenDer Ort Schönhausen wurde im13. Jahrhundert gegründet. Nach der Reformation kam Schönhausen an das Kurfürstentum Brandenburg. Durch den sogenannten Permutationsvertrag (einem Gebietsaustausch) wurde der Ort 1562 Eigentum der Bismarcks. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts bauten die Bismarcks zwei Schlösser: Um 1700 wurde das Schloss I vollendet. Am 1. April 1815 wurde Otto von Bismarck hier geboren. Die Familie zog allerdings im folgenden Jahr nach Pommern.
Nach dem Tod seines Vaters 1845 übernahm Otto von Bismarck das Gut Schönhausen I, zog nach Schönhausen und wurde bald Deichhauptmann der Mittelelbe in Jericho. Von 1847 verließ er Schönhausen, zog in den Vereinigten Landtag ein, 1849 in den preußischen Landtag. Andere Stationen seines Lebens in Frankfurt und Petersburg ließen ihn nicht mehr nach Schönhausen zurückkehren.
Das Gebäude wurde 1958 abgerissen.

Das Schloss II wurde 1830 von dem Magdeburger Kaufmann und späterem Stadtrat Magdeburgs Ernst August Gaertner ersteigert. Er zeigte sich als engagierter Förderer Schönhausens. Nach seinem Tode übernahm übernahm sein Sohn das Gut. Schließlich wurde es 1885 „von der deutschen Nation „ abgekauft und Bismarck zu seinem 70. Geburtstag geschenkt.

 

Der Reichsadler

 

Der Reichsadler 120cm x 120 cm 2007 Öl auf KonservendosenStaatsgebilde, die sich durch das Adlersymbol auf eine Reichsidee beziehen, knüpfen mittelbar oder unmittelbar an die Tradition des Römischen Reiches an oder verfolgen diesen Anspruch. Der Adler als Symbol für die kaiserliche Amts- und Befehlsgewalt.
Ich wählte für mein Bild jedoch nicht das zum Wappen stilisierte Zeichen, sondern nahm als Vorbild für mein Gemälde eine Fotografie des Steinadlers aus Brehms Neue Tierenzyklopädie.